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Athen mit Kind: eine Woche Griechenland in den Herbstferien

Bobby liebt die griechische Götterwelt. Kurz nach seinem 5. Geburtstag sind wir für etwas mehr als eine Woche in den Süden gefahren. Unser Programm: Athen, Delphi und ein paar Tage am Meer.
Wir sind Ende Oktober bis Anfang November gefahren, die perfekte Zeit für Eltern mit Schulkindern, die an Herbstferien gebunden sind. Die Temperaturen sind angenehm, die Preise günstig, die Schlangen an den historischen Stätten kurz. Aber dazu gleich mehr. Hier kommen unsere Reisetipps für eine Woche in den Herbstferien: Athen mit Kind und Highlights drumherum.

Unsere Route: vier Tage Athen, drei Tage Delphi mit Basis in Arachova, danach zwei Nächte am Meer in Eretria. Und zurück zum Flughafen. Für eine gute Woche war das genau richtig.

Warum griechische Mythologie bei Kindern zündet

Kinder merken sich Götternamen, Stammbäume und Verwandtschaftsverhältnisse in einer Geschwindigkeit, bei der Erwachsene nur staunend danebenstehen. Bobby weiß alles über Zeus, Hera, Athene und Poseidon. Der Grund ist ziemlich einfach: Die griechischen Sagen sind keine Moralgeschichten mit erhobenem Zeigefinger. Es sind Familiengeschichten mit Streit, Eifersucht, Rache und ziemlich schlechten Entscheidungen. Nur eben von Göttern. Das ist für Kinder unmittelbar verständlich, weil es im Kern um Dinge geht, die sie kennen. Und weil jede Figur eine eigene Macke hat, bleibt sie hängen.

Was bei uns den Ausschlag gegeben hat: die Hörbücher von Dimiter Inkiow, gesprochen von Peter Kaempfe. Die Sagen sind dort so erzählt, dass Kinder mitkommen, ohne dass die Geschichten verkindlicht werden. Offiziell sind sie ab 7 Jahren empfohlen, Bobby hat sie mit 5 schon rauf und runter gehört, und ich würde sagen: ab 5 geht das, wenn das Kind gern zuhört. Kleiner Zufall am Rande, Inkiow wurde in Bulgarien geboren, wo wir im Jahr davor unterwegs waren. Wenn ihr wissen wollt, wie das war, hier geht es zu unseren Bulgarien Reisetipps.

Wer die Geschichten kennt, steht in Delphi nicht vor Steinen, sondern vor dem Orakel.

Athen Reisezeit: warum die Herbstferien passen

Wir waren Ende Oktober bis Anfang November dort. Tagsüber angenehm warm, abends Pulli-Wetter.

Grob zur Orientierung:

  • April bis Mai: mild, grün, gut für Stadt
  • Juni bis August: sehr heiß, auf der Akropolis kaum auszuhalten, teuer
  • September bis November: unsere Empfehlung, warm genug, deutlich leerer, günstiger
  • Dezember bis März: kühl, aber die Akropolis kostet nur die Hälfte

Für Familien, die an Ferienzeiten gebunden sind, ist das der Punkt: Die Herbstferien sind bei Athen ausnahmsweise mal nicht der Kompromiss, sondern die beste Zeit.

Anreise: Direktflug ab Hamburg

Wir sind mit zwei verschiedenen Airlines geflogen, hin mit der einen, zurück mit der anderen. Beide fliegen Hamburg–Athen direkt in gut drei Stunden.

Aegean Airlines hat 300 € gekostet und war extrem kinderfreundlich. Die Kinder bekommen ihr Essen zuerst, noch vor allen anderen Gästen, dazu ein kleines Spielzeug und ein freundliches Wort. Das ist keine Kleinigkeit, wenn man mit einem hungrigen Fünfjährigen in Reihe 24 sitzt.

Sky Express hat 220 € gekostet, war solide und zuverlässig, aber ohne diese Extras. Damit macht man auch nichts falsch.

Vom Flughafen sind wir mit der Bahn in die Stadt gefahren. Die Anbindung ist gut, aber ein Hinweis, den ich vorher gern gehabt hätte: Die Beschilderung ist auf Griechisch, nicht in lateinischer Schrift. Wir sind in den falschen Zug gestiegen, dramatisch war das aber nicht, denn die Linien fahren ohnehin in ähnliche Richtungen.

Unsere Unterkunft: Airbnb im 50er-Jahre-Stil

Wir hatten ein Airbnb, das wirklich schön war. Mit Liebe eingerichtet, 50er-Jahre-Möbel, ein großer Balkon. Das Viertel gilt als mittelsicher, wir haben uns dort aber durchgehend wohlgefühlt. Mein Rat: Lasst euch von solchen Einordnungen nicht abschrecken und macht eure eigenen Erfahrungen. Wer nur in den „sicheren“ Vierteln bucht, sieht von einer Stadt am Ende sehr wenig.

Die Akropolis mit Kind: unser bester Tipp

Unsere Gastgeberin hat uns den Tipp gegeben, der den ganzen Athen-Aufenthalt geprägt hat: Von November bis März ist der Eintritt zur Akropolis jeden ersten Sonntag im Monat kostenlos. Wer in den Herbstferien reist, erwischt das mit etwas Glück genau.

Was ihr dabei wissen solltet: An diesen Tagen kann man die Tickets nicht online buchen, sondern muss sie vor Ort abholen, und entsprechend voll wird es. Wir waren gegen 9 Uhr da. Die große Welle kam erst ab 10, und dann wurde es oben wirklich eng. Also: früh hin, das ist der ganze Trick.

Die Akropolis selbst ist überwältigend. Der Blick über die ganze Stadt, die Tempelreste, und diese Geschichte, die so alt ist und trotzdem direkt vor einem steht.

Unser Tipp für Kinder: Bobby hatte zum Geburtstag kurz vorher eine kleine Kinderkamera bekommen und fotografierte einfach alles, was ihn interessiert. Das hat er stundenlang gemacht. Kinder gucken viel genauer hin, wenn sie einen eigenen Auftrag haben, statt nur zuzuhören, was Erwachsene erklären.

Das Akropolis-Museum lohnt sich ebenfalls. Es gibt Stationen für Kinder und einiges zu entdecken, was über Vitrinen hinausgeht. Zudem findet man dort einen schönen Museums-Shop und ein nettes Restaurant, so dass man eigentlich auch den gesamten Tag rund um die Akropolis verbringen kann. Eure Urlaubslektüre könnt ihr übrigens im Museums-Shop besorgen. Dort gibt es viele griechische Sagen für Kinder in deutscher Sprache und zu fairen Preisen.

Was Athen sonst noch kann

Athen wird oft als laut und grau beschrieben. Wir haben etwas anderes gefunden.

Die Parks. Athen ist überraschend grün. Im Stadtpark gibt es nicht nur gute Spielplätze, sondern auch eine erstaunliche Tierwelt: Kanarienvögel, Schildkröten, sogar Affen. Wir haben dort mehr Zeit verbracht als geplant.

Die Honigmesse. Wer uns kennt, weiß, wie es um unsere Honigliebe steht. Wir sind mitten in den Athener Honigmarkt gestolpert und konnten uns einmal quer durchprobieren. Warum Honig bei uns immer im Koffer landet, könnt ihr hier nachlesen.

Das Goulandris-Museum. Die Basil & Elise Goulandris Foundation liegt in Pangrati, direkt am Panathinaiko-Stadion, dem alten Marmorstadion. Tolle Ausstellung, angenehme Größe, beeindruckendes Gebäude. Und eine gute Größe, die mit Kind wunderbar ist.

Das Essen. Ich denke noch oft an den Abend in einer kleinen Ouzeria zurück, an dem einfach alles gestimmt hat. Bobby hat Insights aus der Kita geteilt, wir haben wahnsinnig gut gegessen. Einfach und aromatisch. Ich hab sie euch oben verlinkt. Und überhaupt: Bobby hat bei fast jedem Essen einen griechischen Salat dazu geordert (was außerhalb dieser Tage in Griechenland nie passiert). Deshalb hier auch ein großes Kompliment an die griechische Esskultur.

Griechischer Eiskaffee. Wie kann man ihn nicht lieben? Süß, kalt, erfrischend, schaumig. Gibt es an jeder Ecke, kein fancy nitro coffee, sondern echter Nescafé mit Zucker.

Unabhängige Designer. In der Straße rund um den Bike Shop „The Real Intellectuals“ findet ihr von Vintage bis zum Leinen-Mode-Atelier alles. Lasst euch ruhig ein bisschen durch die kleinen Gassen treiben.

Delphi: mehr als eine Ruine

Nach vier Tagen in Athen haben wir uns einen Mietwagen genommen und sind Richtung Delphi gefahren. Übernachtet haben wir im Nachbarort Arachova, in einer kleinen Pension, drei Nächte.

Arachova ist schön und gleichzeitig ein bisschen sonderbar. Es kam eine leichte St.-Moritz-Stimmung auf, wegen der vielen Pelzmäntel. Ein Bergort, der sich für den Winter herausputzt, während wir in Herbstjacken durchliefen.

Delphi hat mich überrascht. Ich hatte eine einzelne Ruine erwartet, tatsächlich ist es ein weitläufiges Gelände, auf dem man die Grundrisse zahlreicher Tempel noch erkennen kann, mit einem Stadion ganz oben. Wir haben gut zwei Stunden damit verbracht, alles abzulaufen und zu entdecken. Das Museum direkt nebenan lohnt sich ebenfalls.

Wer mit Kind kommt: Es geht gut bergauf. Gutes Schuhwerk und Wasser mitnehmen. Oder einfach eine leere Flasche, es gibt auf jeden Fall auch eine Quelle zum Wasser auffüllen.

Eretria: zwei Nächte am Meer

Unsere letzte Station war das Amaronda Resort in Eretria. Und hier hatten wir wirklich Glück: Wir waren die allerletzten Gäste der Saison. Zwei Nächte, drei Tage all-inclusive, Bungalow direkt am Meer, für insgesamt 180 € zu dritt.

Zum Baden war es dann doch zu kühl. Aber dem Meer zuzusehen, zu lesen, und nach einer Woche Stadt einfach nichts zu tun, das war genau der richtige Abschluss.

Was wir noch auf die Liste setzen würden

  • Kap Sounion mit dem Poseidon-Tempel, gut als Tagesausflug ab Athen und mythologisch ein perfekter Anschluss
  • Nafplio auf dem Peloponnes, hübsche Altstadt, gut mit Kind
  • Mykene, für alle, die nach Delphi noch mehr Antike wollen

Fazit: Athen in den Herbstferien

Eine Woche Athen mit Kind hat gezeigt, dass man in den Herbstferien nicht zwingend an den Strand muss. Die Stadt war merklich ruhiger als in den warmen Monaten, wir haben viel gesehen, ohne uns zu hetzen, und Bobby ist mit deutlich mehr Wissen zurückgekommen, als jedes Museum vermitteln könnte.

Wenn ihr ein Ferienziel sucht, das bezahlbar bleibt, nur drei Stunden entfernt ist und Kinder tatsächlich packt, statt sie nur zu bespaßen: Athen.

Wart ihr schon mit Kindern in Athen, oder steht Griechenland bei euch auf der Liste? Schreibt es in die Kommentare. Und wenn ihr wissen wollt, welche Hörbücher und Kinderbücher unsere Reisen vorbereiten, sagt Bescheid, dann machen wir daraus einen eigenen Artikel.


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