Rumänien mit Kindern: Architektur Sovata

Rumänien mit Kindern #1: von Cluj über das Salzbergwerk Turda bis Sovata

Rumänien als Urlausziel? Komplett unterschätzt! Ein Land mit toller Natur, Architektur, die Spaß macht entdeckt zu werden. Fortschritt und Tradition, und dazu eine gastfreundliche Kultur. Rumänien mit Kindern zu bereisen funktioniert wunderbar, im Weg stehen eigentlich nur die vielen Vorurteile, die sich hartnäckig halten.

Lest hier unseren ersten Reisebericht Rumänien, denn ja, es gibt zwei, so toll und vielseitig war unser Urlaub in der südosteuropäischen Perle. Hier kommen unsere Rumänien Reisetipps und Teil eins unserer Route: von Cluj über das Salzbergwerk Turda bis zu den Salzseen von Sovata.


Anreise und was ihr für Rumänien wissen solltet

Geflogen sind wir mit der Airline unseres Vertrauens, WizzAir. Von Dortmund nach Cluj dauert der Flug etwa 2 Stunden und hat uns als dreiköpfige Familie mit einem großen Gepäckstück 160 Euro gekostet (nur Hinflug, zurück sind wir von Budapest geflogen und darüber könnt ihr mehr hier erfahren).

Bei der Einreise gibt es wenig zu beachten: Für Rumänien reicht ein Personalausweis oder Reisepass, mehr braucht es nicht. Kein Visum, keine weiteren Formalitäten. Es braucht auch keine eigene eSim, sondern ihn könnt (in den meisten Fällen) das Roaming aus eurem mobile Daten-Vertrag nutzen. Denn Rumänien gehört zur EU. Das Land hat aber weiterhin die eigene Währung, den Rumänischen Leu (RON). Ein Euro sind aktuell etwa 5 Lei, und mit Karte könnt ihr erstaunlich häufig zahlen, deutlich häufiger sogar als bei uns in Deutschland. Das liegt an der großen Bewegung gegen Schwarzgeld im Land: Die Nachvollziehbarkeit von Käufen ist wichtig, deshalb bekommt ihr auch wirklich überall einen Bon.

Am Ende unseres Aufenthalts in der Stadt Cluj haben wir uns ein Auto gemietet, um flexibel reisen zu können. Abgeholt am Flughafen in Cluj, abgegeben am Flughafen in Timișoara. Hat super geklappt. Dacia ist die Automarke, die in Rumänien am meisten vertreten ist, und was soll ich sagen: Wir sind Fans geworden.

Gemüseverkauf an der Straße

Die Straßen sind gut ausgebaut, doch wer lieber mit dem Zug reist, bucht bei der Bahngesellschaft CFR Călători, ganz einfach per App oder am Schalter. Am Ende unserer Reise sind wir von Timișoara hoch nach Budapest mit dem Zug gefahren, das hat gut geklappt. Natürlich sind es nicht die modernsten Züge, aber bequem waren sie umso mehr. Es braucht ein bisschen Geduld, denn die Geschwindigkeit ist eher gering. Und Verspätungen hatten wir natürlich auch.

Mit Ruhe im Gepäck kann man gut Zug fahren. Wer die nicht hat, sollte es sein lassen.


Erste Station: Cluj, die heimliche zweite Hauptstadt Rumäniens

Cluj, offiziell Cluj-Napoca, liegt im Norden Rumäniens und gilt vielen als heimliche zweite Hauptstadt des Landes. Rund 300.000 Menschen leben hier, das macht Cluj zur zweitgrößten Stadt Rumäniens. Prachtvolle Altbauten direkt neben kastigen Plattenbauten. Cluj ist Universitätsstadt, und das merkt man. Man spürt Bildung, man spürt Studierende, die Stadt ist gleichzeitig alt und jung. Auf der anderen Seite sieht man auch viele moderne Hochhäuser und Bürokomplexe internationaler Unternehmen. Cluj ist nämlich auch ein Wirtschaftsstandort. Für viele Einheimische wird es dort immer teurer.

Sechs Tage haben wir hier verbracht und richtig gut gegessen. Ob traditionelle, moderne oder internationale Küche, ob chic oder bodenständig, in Cluj gibt es wirklich viele gute bis sehr gute Restaurants, und was als Familie immer wichtig ist: Man kann auch zu unorthodoxen Zeiten essen gehen. Mit Kind ist es manchmal kompliziert, ein Restaurant zu finden, das gerade dann offen hat, wenn der Hunger kommt und die Müdigkeit nicht zu groß ist. Zudem bekommt man überall sehr sehr guten Kaffee. Nach Flat White oder Single Origins müsst ihr im Zentrum nicht lang suchen.

Um die Kathedrale herum liegt das Zentrum mit großem Platz und Museum, doch die Gassen drumherum sind mindestens genauso besonders. Neben dem urbanen Flair der Stadt begeistern vor allem die zahlreichen großzügigen Grünflächen, die sich entlang des Flusses Kleiner Somesch durch die Stadt ziehen. Dort sind alle Generationen vereint: Menschen gehen spazieren, unterhalten sich auf den Bänken oder spielen auf den Wegen. Rund ums zentral gelegene Stadion, die Cluj Arena, findet man viele Spielplätze und kleine Snackbuden. Auf der anderen Flussseite könnt ihr im Cetatuia Park eine tolle Ausschicht über die Stadt genießen. Wir haben uns hier richtig wohlgefühlt.


Nicht weit vom Zentrum ist das Zoologische Museum. Und auch das ist super: präparierte Tiere in alten Holzvitrinen, vom Schmetterling bis zu Luchs und Bär. Hier lässt sich wunderbar Zeit verbringen. Wer noch mehr grün sucht, ist rund um das Ethnologische Museum gut aufgehoben.


Auch Vintage-Stores gibt es einige, wie zum Beispiel „Reuse urban vintage and brands“ in der Strada Iuliu Maniu 40. Mein Kaschmir-Polo-Shirt von dort trage ich bis heute viel und freue mich jedes Mal wieder darüber.

Die Spielplätze in Cluj sind übrigens sehr gut. Es ist nicht alles neu, und das ein oder andere Gerät quietscht massiv, aber man kann super dort spielen. Und fast immer gibt es Toiletten in der Nähe – warum gibt es das in Deutschland so selten?

Salzbergwerk Turda

Für uns ging es weiter Richtung Osten, mit einem Zwischenstopp im Salzbergwerk Turda, der Salina Turda. Ganz faszinierend. Es geht rund 120 Meter unter die Erde, und die Luft ist ganz besonders.

Angekommen erwarten euch Spielplätze, Minigolf und Bowling, sogar Coworking-Spaces, und zwei Seen, auf denen man Boot fahren kann. Sogar ein Spa könnt ihr nutzen. Ein bisschen unheimlich, ein bisschen faszinierend, auf jeden Fall ein Muss für jeden Besuch in der Gegend.

Die Salzmine hat jeden Tag von 9:00 bis 18:00 Uhr offen, wobei um 17:00 die letzten Besucher reingelassen werden. Wir waren an einem Wochentag da, und mussten weder anstehen noch war es voll unten. Tickets kosten ca. 15 Euro pro Person, für Kinder 9 Euro bzw. unter 3 Jahren ist es kostenlos. Ihr könnt sie vorab digital kaufen, oder vor Ort. Noch ein Hinweis: unten gibt es keine Gastronomie – auch aus hygienischen Gründen.

Sovata: Salzsee im Osten Rumäniens

Unser nächstes Ziel war Sovata, ein Kurort im Osten Rumäniens mit rund 10.000 Einwohnern. Bekannt für seine besondere Luft, ist Sovata vor allem im Winter heißbegehrt, dann als Station für Wintersport, mit gut belegten Chalets im Umkreis. Im Sommer zeigt der Ort eine ganz andere Seite: die der Salzseen. Der Bärensee, mitten in Sovata gelegen, hat einen so hohen Salzgehalt, dass man wie im Toten Meer darauf treibt, mit warmen Wasserschichten direkt unter der Oberfläche. Wir waren im Frühjahr da, Sovata war zu der Zeit ein ruhiger, kleiner Ort, an dem sich gut ein bis zwei Tage verbringen lassen.
Besonders die Architektur in Sovata ist ganz einprägsam und erinnert an einen Wes Anderson-Film.

Das Hotel Crystal war sehr nett und alle Menschen freundlich, die Bar am Abend hatte gute Drinks, und das Essen war vollkommen ok. Geheimtipp: Am Wochenende ist es dort immer sehr voll, weil die Familien aus Bukarest hochfahren. Die Strecke sind rund 300 Kilometer, gerechnet werden sollte mit gut vier Stunden Fahrzeit, ein beliebter Ausflug aus der Stadt also. Bucht am besten unter der Woche.

Unser Hotel hatte einen Spa-Bereich mit großer Kinder-Rutsche und mehreren Becken. Auch hier begegnete uns das Salz wieder: ein Becken war gefüllt mit warmen Salzwasser, so dass man auf der Oberfläche treiben konnte. Das hat unserem Sohn Bobby richtig gut gefallen, für die große Rutsche war er noch ein bisschen zu klein.

Massagen war nicht kräftig, sondern sehr sanft, darauf solltet ihr euch einstellen, wenn ihr feste Thai-Massagen gewohnt seid. Ich hatte anderes erwartet, gemäß dem Vorurteil der vermeintlichen Schroffheit der Osteuropäer. Wir wurden überall freundlich aufgenommen, nicht nur im Gastgewerbe, sondern auch bei fast allen Begegnungen auf der Straße oder im Park.

Und jetzt?

Rumänien mit Kindern zu bereisen ist wunderbar: gutes Essen, freundliche Menschen, spannende Orte auf kleinem Raum, und eben diese Salzseen und Salzbergwerke, die es so woanders kaum gibt. Wenn ihr überlegt, einen Familienurlaub in Rumänien zu planen, kann ich es nur empfehlen: Bucht einfach und entdeckt Rumänien, die Vorurteile stimmen nicht.

Lest im zweiten Teil die andere Hälfte unserer Route, die ohne Salz, aber mit Burg und Pirat weitergegangen ist. Merkt euch diesen Artikel gerne auf Pinterest für eure eigene Rumänien-Planung, und schreibt uns in die Kommentare, was euch an Rumänien am meisten überrascht.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Rumänien mit Kindern #1: von Cluj über das Salzbergwerk Turda bis Sovata“

  1. […] zwei unserer Rumänien-Reise. Im ersten Teil waren wir in Cluj, im Salzbergwerk Turda und in Sovata, also in Siebenbürgen und im Kreis Mureș. […]

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