Budapest mit Kindern ist eine sehr angenehme Stadt. Doch so ganz haben wir mit der imposanten Metropole nicht geklickt. Warum das so war, und was ihr als Familie dort erleben könnt, erfahrt ihr in den Reisetipps Budapest.





Die Spielplätze: gepflegt, sicher, selbstverständlich versorgt
Wer mit Kindern reist, lernt schnell, dass Spielplätze die wahre Währung einer Stadt sind. Budapest zahlt großzügig. Die Anlagen sind sehr sauber, umzäunt, und werden oft am frühen Abend abgeschlossen. An fast jedem Spielplatz gibt es Toiletten und Trinkwasser.
Gerade die Budapester Spielplätze sind (mehr als anderswo) kleine Biotope. Foucault hätte hier seine Freude. Auf den Bänken sitzen Expats und Nannys, man hört Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch. Es ist eine eigene Parallel-Welt, international und priviligiert. Eine Parallel-Welt, die sich sperrig anfühlt, wenn man die ganze Stadt kennenlernt.
Der große Spielplatz im Városliget: der mit dem Heißluftballon
Das Herzstück für Familien liegt im Városliget, dem Stadtwäldchen. Dort ist im Zuge des Projekts „Liget Budapest“ einer der größten und modernsten Spielplätze Europas entstanden, auf rund 13.000 Quadratmetern, mit über 50 verschiedenen Spielgeräten. Hier könnt ihr mehr dazu lesen. Dieser Spielplatz ist die perfekte Aktivität mit Kindern in Budapest.

Im Zentrum steht ein knapp zwölf Meter hoher Kletterballon. Von außen ein weiß-rot gestreifter Heißluftballon, im Inneren ein riesiges Raumnetz, in das Kinder über Strickleitern und Kletterseile aufsteigen. Früher sind aus dem Park regelmäßig Ballons gestiegen, das zeigt auch das recht bekannte Gemälde von Pál Szinyei Merse aus dem Jahr 1878 („Der Ballon“).
Neben dem Kletterballon gibt es zwei über elf Meter hohe Klettertürme mit Röhrenrutschen, Netztunnel, Baumhäuser und Niedrigseilparcours.
Das Besondere ist nicht die Größe, sondern das Konzept: Der Spielplatz wurde mit Kinderpsychologen, Landschaftsarchitekten, Lehrern und Kindern gemeinsam entwickelt. Die Geräte sind nach verschiedenen Altersgruppen angeordnet und sind überwiegend integrativ konzipiert. Das heißt, auch Kinder mit Einschränkungen können überall mitspielen. Es gibt so coole Geräte, dass sich auch ältere Geschwister dort nicht langweilen werden. Als wir dort an einem Mittag waren kam eine Gruppe Schüler im Alter von 15/16 Jahren dort durch den Park. Sah den Spielplatz, bettelte den Lehrer an dort Stopp zu machen und stürmt dann die Klettergeräte. Kurz: dieser Spielplatz ist tatsächlich einen Besuch wert, wenn man Urlaub mit Kindern in Budapest macht.
Die Stadt, die sich verändert hat

Budapest ist entdeckt worden. Orte, die vor wenigen Jahren noch verschlafen und selbstverständlich zugänglich waren, sind heute Bühnen. Das New York Café ist das beste Beispiel. Hat heute eine eigene Instagram-Seite, und die passende Bio dazu: „The most beautiful café in the world // the most instagrammable place in the city“. Bei unserem letzten Besuch noch ein Ort, den man einfach so besuchen konnte, ein Buch lesen und Kuchen oder Pasta essen (oder beides hintereinander). Heute muss man sich einen Slot buchen. Jeder möchte hier rein und Bilder für seinen Feed machen.
Pracht, Kaffeehaus – und eine gewisse Distanz
Budapest ist groß, und es zeigt das. Gold an den Fassaden, Altbauten in einer Dimension, die man so kaum kennt, breite Boulevards, repräsentative Treppenhäuser. Es gibt wirklich tolle Museen und Kulturangebote für Groß und Klein.
Dazu die Kaffeehauskultur, die hier nie nur Kaffee meint, sondern Samt, Kronleuchter, Marmor und das Versprechen einer großen Zeit. Es ist beeindruckend, ohne Frage.

Und doch hat sich dieses Beeindruckende für uns auch distanziert angefühlt. Wir kamen gerade aus Rumänien, und der Kontrast war deutlich: Dort ist vieles nahbar, unmittelbar, zugänglich und man kommt mit Menschen in Kontakt, fast ohne es zu wollen. In Budapest dagegen, mitten im großen Touristenstrom, habe ich mich phasenweise nicht als Mensch gefühlt, sondern als Nummer. Als jemand, der durchgeschleust wird. Beispielsweise durch die Reservierung, durch die Schlange, durch den nächsten Programmpunkt. In manchen zentralen Strassen scheinen viele Wohnhäuser nur noch aus funktionalen AirBnB-Unterkünften zu bestehen.
Das ist kein Urteil über die Stadt, eher eine ehrliche Notiz. Pracht und Nähe sind nicht dasselbe, und eine Stadt kann das eine im Übermaß haben und das andere kaum. Es kann sich je nach Jahreszeit auch anders anfühlen, Budapest ist aber definitiv kein Geheimtipp mehr. Das ist vielleicht ganz hilfreich. Wenn man Budapest mit der angemessenen Erwartungshaltung besucht, kann man dort viel Spaß haben – und es lohnt sich auf jeden Fall, einen Städtetrip Budapest mit Kindern zu machen.
Unser Tipp zum Schluss: Vintage Shopping in Budapest
Zum Abschluss unseres kurzen Budapest Reiseberichts aber noch einen echten Tipp. Wir haben diesen tollen Second Hand Laden gefunden: Jajcicabolt Das Angebot ist riesig, aber kuratiert. Hier gibt es eine große Auswahl Jeans in verschiedenen Größen und Styles, aber auch Taschen und Schuhe. Ob 90s Sports Jerseys, Biker Style oder 50er Jahre, ein wahres Paradies.
Budapest mit Kindern: kann man gut machen
Auch wenn uns Budapest nicht mehr so charmant erschien, wie noch vor einigen Jahren, diese Großstadt mit Kindern zu besuchen, ist entspannter, als man denkt und an manchen Stellen durchdachter, als man es aus Westeuropa kennt. Man muss nur wissen, wo man hinschaut. Was uns aber als nächstes interessiert: wie sieht denn ein Ungarn Urlaub mit Kindern aus? Welche Orte sollte man unbedingt besuchen, welche Gerichte probieren? Verrate es uns in den Kommentaren!


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