Georgien ist schon seit ein paar Jahren für manche Deutsche Urlauber auf dem Radar: wir finden – noch viel zu wenig! Denn dieses Land ist besonders: besonders lecker, herzlich, warm. Das Licht ist toll, die Natur auch, und es gibt so viel zu entdecken. Und mit Kind reist es sich wunderbar.
Erfahrt hier unsere gesammelten Georgien Reisetipps aus zwei Reisen in den Kaukasus: was ihr vor der Einreise wissen müsst, was ihr unbedingt machen müsst, und was ihr vielleicht noch nicht über das Land im Osten wusstet. Ein ehrlicher Georgien Reiseführer.

Unsere Route im Überblick
- Kutaissi
- Akhaltsikhe
- Borjomi
- Tiflis
- Telawi (Kachetien)
Wer weniger Zeit hat, streicht Kachetien. Wer mehr hat, hängt eine Kaukasus Rundreise dran: von Georgien geht es problemlos weiter nach Armenien. Wie das geht, lest ihr im Artikel über unseren Roadtrip von Georgien nach Armenien.
Anreise: mit Wizz Air nach Kutaissi
Wir sind mit Wizz Air geflogen, der Airline unseres Vertrauens. Wizz Air hat viele Ziele im Osten Europas im Angebot, und neben den geringen Preisen ist der Service vollkommen in Ordnung. Ein Tipp: wenn man bei Wizz Air für den günstigsten Flug ohne Service-Leistungen bucht, muss man sich selbst online einchecken. Der Check-in am Flughafen kostet extra.

Wir sind von Hamburg nach Kutaissi und zurück geflogen. Das war ein Direktflug mit rund vier Stunden Flugzeit. Für den gesamten Flug haben wir zu dritt mit einem Aufgabegepäck 350 Euro bezahlt. Alternativ kann man auch nach Tiflis fliegen, da gibt es von Hamburg aktuell keinen Direktflug – aber der Zwischenstopp in Istanbul ist unkompliziert.
Der Flughafen Kutaissi liegt knapp 20 Kilometer westlich der Stadt, die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Es ist ein kleiner, moderner Flughafen, auf dem sich auch ein paar Stunden Wartezeit gut aushalten lassen.
Einreise: Reisepass, Versicherung, SIM-Karte
Drei Dinge, die vor jeder Georgien Reise auf die Liste gehören:
- Ihr braucht kein Visum, aber euren Reisepass. Der Personalausweis reicht nicht. Dafür dürft ihr als deutsche Staatsbürger bis zu einem Jahr bleiben, falls euch Georgien so gut gefällt wie uns.
- Seit Januar 2026 müsst ihr bei der Einreise eine Auslandskrankenversicherung nachweisen, mit einer Deckung von mindestens 30.000 Lari, also rund 10.000 Euro. Viele Jahresreiseversicherungen erfüllen das ohnehin, prüft es aber vorher.
- Georgien gehört nicht zum EU-Roaming. Holt euch am Flughafen eine lokale SIM-Karte oder kauft vorab online eine eSIM. Beides ist günstig und in fünf Minuten erledigt.
Kutaissi: die unterschätzte Dritte
Kutaissi liegt in der Region Imereti im Westen Georgiens, zwischen Tiflis und Batumi. Mit rund 135.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt des Landes, und die meisten Besucher fahren nach der Landung direkt weiter. Ein Fehler, finden wir. Die Stimmung ist ruhig, ein bisschen kleinstädtisch, und genau das mochten wir.




Geschlafen haben wir im Communal Kutaissi, ein Hotel, in das ich jederzeit zurückkehren würde. Traumhaft schöne Zimmer, ein Pool in perfekter Größe, und das Restaurant unten können wir uneingeschränkt empfehlen: richtig gutes Frühstück, tolle Snacks, gute Drinks.

Was ihr in Kutaissi machen solltet:
Mit der Seilbahn über den Fluss auf den kleinen Hausberg fahren. Oben wartet der Ausblick über die Stadt, und natürlich ein kleiner Vergnügungspark, wie soll es anders sein im Osten: Kinderkarussell mit Holzboden und zuckersüßen Pferden, quietschendes Riesenrad. Den Rückweg kann man gemütlich durch die Natur zu Fuß gehen.


Die Bagrati-Kathedrale thront ebenfalls über der Stadt, etwa 20 Minuten Fußweg. Sie gehörte zum UNESCO-Weltkulturerbe, verlor den Titel aber wieder, weil bei der Restaurierung zu viele moderne Elemente verbaut wurden. Ansehen lohnt sich trotzdem.

Street Art suchen: Kutaissi hat richtig große Wandgemälde, und wer sie sucht, entdeckt nebenbei Ecken, die man sonst übersehen hätte.


Durch die Markthalle schlendern. Hier gibt es alles, und hier lässt sich Zeit wunderbar verstreichen. Überhaupt: Die Restaurants der Stadt sind nicht fancy, aber warmherzig, mit klassisch georgischer und auch ukrainischer Küche.


Für Tagesausflüge ist Kutaissi ideal: Die Höhle des Prometheus liegt nur 40 Minuten entfernt, dazu kommen Canyon-Touren (Okatse oder Martvili) und der Kinchkha-Wasserfall in Zeda Kinchkha, ein Ziel, das in kaum einem Georgien Reiseführer steht. Wer einen Tag mehr hat: Die Katskhi-Säule bei Chiatura, ein Kloster auf einem riesigen Felsen, ist ein Abstecher Richtung Nordosten. Verrückt und absolut sehenswert.

Unterwegs im Land: Mietwagen oder Marschrutka
Von Kutaissi sind wir 170 Kilometer gen Süden nach Akhaltsikhe gefahren, mit dem Mietwagen. Wie das in Georgien funktioniert und welche Erfahrungen wir gemacht haben, lest ihr in unserem Mietwagen-Artikel.
Ohne Auto geht es auch: Die Bahn ist langsam und wenig ausgebaut, aber Marschrutkas (Minibusse) fahren fast überall hin und kosten wenig. Tickets kauft man direkt beim Fahrer, gezahlt wird bar.

Akhaltsikhe: Übernachten in der Festung
Akhaltsikhe ist die Hauptstadt der Region Samzche-Dschawachetien, knapp 20.000 Einwohner, und wir hatten hier etwas Besonderes vor: schlafen in einer Festungsanlage.

Die Festung Rabati aus dem 9. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt und ein Symbol für Toleranz: Innerhalb der Mauern stehen eine Moschee, eine orthodoxe Kirche, eine katholische Kirche und eine Synagoge. Die Anlage ist toll erhalten, man kann hier Stunden verbringen, und die Restaurants innerhalb der Festung können wir definitiv empfehlen.

Das Beste: Auf der Festung liegt das Gino Wellness Hotel, zu einem fast unverschämt günstigen Preis, inklusive Spa mit Whirlpool und Saunalandschaft. Für Bobby war es ein Highlight der Reise. Er liebt Ritter und Burgen und kennt schon einige von unseren Reisen. Von unserer Burgen-Tour durch Rumänien erzählen wir euch bald mehr.




Von Akhaltsikhe aus lohnt der Tagesausflug nach Wardsia, rund 60 Kilometer weiter südlich: eine Höhlenstadt, deren Wohnungen direkt in den Fels geschlagen wurden. Historisch, spektakulär, unbedingt einplanen.
Borjomi: ankommen und loslassen
Rund 50 Kilometer von Akhaltsikhe liegt Borjomi, der Kurort im Nationalpark. Während uns in Akhaltsikhe zwei Nächte gereicht haben, würden wir für Borjomi eher vier bis fünf empfehlen. Die Wanderwege sind vielseitig, das Städtchen ist einfach nett, und wer runterkommen will, ist hier richtig. Wir haben im Borjomi Green gewohnt, mit atemberaubendem Blick über den Fluss. Hier konnte man das Wetter kommen und gehen sehen. Alles über den Ort lest ihr in unserem Borjomi-Artikel.




Kachetien und Telawi: Wein und Weite
Zum Schluss noch ein kleiner Geheimtipp das Chateau Mere in Telawi. Es liegt in der Weinregion Kachetien. Ein wunderschönes Hotel, Weinberge, der perfekte Ort zum Ankommen und Loslassen. Praktisch: Wer über Tiflis fliegt, ist von Telawi in rund 75 Kilometern am Flughafen.

Tiflis: die Hauptstadt in kurz
Tiflis verdient einen eigenen Artikel, deshalb hier nur das Wichtigste: das Riesenrad mit Erlebnispark auf dem Berg, mit perfektem Blick über die Stadt. Die Seilbahnfahrt hinauf zur Festung Narikala. Eine Behandlung in den Schwefelbädern mitten in der Stadt.

Vintage-Shopping und lokale Designer, wie zum Beispiel Yuliko&Friends oder Man in Town.
Und ein bisschen Hipness im Community Space der Fabrika oder im Boutique Hotel Stamba (Fun Fact: hier hat sich früher ein Casino hinter der Bücherwand versteckt).


Georgien mit Kind
Kurz gesagt: Es geht wunderbar. Alle sind freundlich zu Kindern, wir haben uns immer sicher gefühlt, und das Essen ist absolut kinderkompatibel. Unser wichtigster Tipp: Haltet unterwegs einfach an den Lokalen am Straßenrand. Dort hatten wir die besten Gerichte der ganzen Reise. Einfach, selbstgekocht, beste Zutaten, kein Chichi. Was ihr in Georgien unbedingt probieren müsst, lest ihr in unserem Artikel über die georgische Küche.
Praktische Infos für eure Georgien Reise
- Beste Reisezeit: Als Georgien Reisezeit empfehlen wir Mai bis Oktober. Dann ist es warm, aber je nach Region gut auszuhalten: In den dichten Wäldern von Borjomi leichter als in der offenen Stadt Tiflis.
- Währung: Der Lari, Kurs grob 1 zu 3. Man hat es schnell raus, und an vielen Stellen könnt ihr mit Karte zahlen. Etwas Bargeld für Märkte und Marschrutkas gehört trotzdem ins Portemonnaie.
- Sicherheit: Eine Georgien Reisewarnung gibt es nur für die abtrünnigen Gebiete Abchasien im Nordwesten und Südossetien im Norden. Wer dort nicht hinfährt, und als Tourist gibt es dazu keinen Grund, reist entspannt. Zur Sicherheit lohnt vor der Abreise ein Blick auf die Seite des Auswärtigen Amts, dort stehen immer die aktuellsten Hinweise.
FAQ: Georgien Reise kurz beantwortet
- Brauche ich ein Visum für Georgien? Nein. Deutsche Staatsbürger reisen mit dem Reisepass visumfrei ein und dürfen bis zu einem Jahr bleiben.
- Ist Georgien sicher? Ja. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts betrifft nur Abchasien und Südossetien. Alle Georgien Reiseziele in diesem Artikel liegen weit davon entfernt.
- Wann ist die beste Reisezeit für Georgien? Mai bis Oktober. Im Hochsommer sind Bergregionen und Wälder angenehmer als die Städte.
- Ist Georgien teuer? Nein. Flüge ab 350 Euro für drei Personen, günstige Hotels auf hohem Niveau, Essen für kleines Geld. Der Kaukasus ist selten teuer.
Und jetzt ihr: Habt ihr Georgien Reisetipps, oder seid ihr neugierig geworden?
Wart ihr schon in Georgien, oder steht es auf eurer Liste? Schreibt uns in die Kommentare, welche Orte euch interessieren. Und merkt euch diesen Artikel gern auch auf Pinterest, damit ihr die Route bei der Reiseplanung wiederfindet.

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