Reisen ist immer auch ein Ausflug in eine andere Küche. Andere Aromen, andere Gewürze, eine andere Art zu essen. Wir probieren unterwegs am liebsten alles aus – so wählen wir unsere Restaurants, und so orientieren wir uns auf der Speisekarte. Damit ihr euch eine kleine Liste für den Armenien-Besuch erstellen und dann Punkt für Punkt abhaken könnt: hier sind die Gerichte, auf die ihr keinesfalls verzichten solltet.
1. Der Armenische Salat (Հայկական աղցան / Haykakan aghtsan), auch Yerewan-Salat genannt

Dazu gibt es hier schon einen eigenen Beitrag, denn dieser Salat ist unglaublich lecker und gleichzeitig denkbar einfach. Gurken, Tomaten, Petersilie, Koriander – fertig. Der Geschmack versetzt mich sofort zurück in den Urlaub. In Armenien kommt man an ihm sowieso nicht vorbei: Er wird überall serviert, zu fast jeder Mahlzeit.
2. Lavash (Լավաշ)

Für die Herstellung von Lavash verwenden die Armenier nur drei Zutaten: Mehl, Wasser und Salz. Der Teig wird auf die heißen Flächen des Backofens gegeben und zu dünnen Fladen ausgebreitet, die einen Durchmesser von bis zu 40 cm haben können. Gebacken wird traditionell im Tonir, einem in die Erde eingelassenen Lehmofen. Noch warm wird das Brot in handliche Stücke gerissen, in die dann frische Kräuter wie Basilikum, Dill, Minze oder Petersilie gewickelt werden – oft ein Stück salziger Käse dazu. Armenia Discovery + 2
Im Juli 2014 wurde das armenische Lavash als Ausdruck der armenischen Kultur in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Bobby liebt Lavash. In der ganzen Stadt, im Supermarkt und in eigenen Bäckereien findet ihr es überall. Armenia Discovery
3. Khurjin (Խուրջին)

Das wollte ich unbedingt ausprobieren. Khurjin (խուրջին) bedeutet auf Armenisch „Satteltasche“ – und genau so sieht es aus: ein großes Säckchen aus Lavash, gefüllt mit Gemüse und Fleisch. Das Lavash ist knusprig, die Füllung zart und saftig. Ich hatte es in einem Restaurant probiert, das einen Igel als Haustier hatte (wirklich!). Drin waren Paprika, Tomate, Zwiebel und verschiedene Fleischsorten, darunter Rinderleber. Sehr lecker.
4. Dolma (Դոլմա), auch Tolma

Ein Klassiker der armenischen Küche. Dolma kennen wir aus Griechenland, doch in Armenien haben wir sie meistens warm erlebt: dunkelgrüne Kohlblätter, gefüllt mit Reis und würzigem Hackfleisch. Oft wird Matsun dazu gereicht – armenischer Joghurt, der perfekt zur Würze der Füllung passt. Dolma ist regional unterschiedlich zubereitet, es lohnt sich also wirklich, sie an jedem Ort einmal zu probieren.
4. Tatar Boraki (Թաթար բորակի)
Als Teigtaschen werden Boraki zubereitet, die zylinderförmig und mit gebratenem Hackfleisch gefüllt sind. Der Teig besteht aus Weizenmehl, Wasser, Salz und Ei, die Taschen bleiben oben offen. Sie werden aufrecht stehend in würziger Bouillon pochiert und anschließend teilweise angebraten – gereicht werden sie mit geschmolzener Butter und Sauerrahm. Eine armenische Antwort auf Maultaschen und Manti zugleich: herzhaft, sättigend, eine dieser Speisen, die man einmal gegessen haben möchte. WikipediaKochgenossen
5. Arishta (Արիշտա)
Armenische Hausgemachte Bandnudeln – simpel und trotzdem besonders. Arishta wird für Hauptgerichte, Suppen und als Pilaf verwendet. Traditionell werden sie von Hand hergestellt und mit Matsun oder einer Fleischsauce serviert. Wer Nudeln liebt, wird Arishta sofort ins Herz schließen – ein gutes Souvenir übrigens, denn man bekommt sie abgepackt auch im Supermarkt. Hyurservice
6. Harissa (Հարիսա)
Es gab Harissa zum Frühstück in Garni. Es sieht aus wie Porridge – ist aber herzhaft. Harissa besteht aus Weizen und Fleisch, meist Huhn: Beides wird sehr lange bei niedriger Hitze gekocht, bis ein cremiger Brei entsteht. Mit Butter und ein bisschen Schärfe ist das ein richtiges Comfort-Food. Nicht verwechseln mit der nordafrikanischen Gewürzpaste gleichen Namens – das ist etwas völlig anderes.
8. Zhengyalov Hats (Ժենգյալով հաց)
Dieses Gericht haben wir auf dem Weg von Jerewan nach Tiflis gegessen. In Jerewan selbst habe ich es nie gesehen – dort in einer Bäckerei sofort erkannt: das mussten wir haben. Und was soll ich sagen, ich träume heute noch davon. Es ist mit das leckerste Fladenbrot, das ich je gegessen habe. Gefüllt ist es mit einer Vielzahl an Kräutern – ich habe gehört, manchmal sind es über vierzig Sorten, darunter Brennnessel, Sauerampfer und Spinat. Es ist saftig, aromatisch, mit Butter bestrichen. Man findet es eher im Osten des Landes; auch in Aserbaidschan gilt es als beliebtes Streetfood.
9. Ghapama (Ղափամա)
Leider haben wir Ghapama nicht essen können, das traditionelle Gericht gibt es nur im Herbst und Winter, und besonders zu festlichen Anlässen. Es besteht aus Kürbis, Reis, getrockneten Früchten, Nüssen, Butter und Honig und wird im ausgehöhlten Kürbis selbst gebacken. Klingt unheimlich gut, oder? Kommt auf die Liste für den nächsten Besuch.

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